Tod & Teufel

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Die Welt ist wieder einmal in Aufruhr: „Schon 360 Tote, schwere Angriffe auf Gaza, Jetzt Bodenkrieg gegen die Hamas!“ titelt Bild-Online. Ein seit mehr als 60 Jahren(!) dauernden Konflikt findet wieder einen neuen Höhepunkt. Und offenbart die offensichtliche Machtlosigkeit und Unfähigkeit von Politik und Diplomatie. Oder steckt Kalkühl dahinter?

Sei´s drum. Andere unfassbare Konflikte geraten ob der medienwirksamen massiven miltärischen Offensive in Nahost in den Hintergrund. Stellvertretend sei an Simbabwe erinnert. Ende der 80´er, Anfang der 90´er Jahre habe ich das Land selbst bereist und war begeistert von der Herzlichkeit der Menschen, dem friedlichen Zusammenleben von „Schwarz & Weiß“, der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Stärke. Als damaliger Entwicklungshelfer im Nachbarstaat Sambia wirkte Simbabwe wie ein Schlaraffenland. Beinahe hätte ich ein Jobangebot angenommen und wäre in diesem Land sesshaft geworden.

Und heute? Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien dem Gesundheitsministerium bis zum 25. Dezember 1518 Todesopfer und 26.497 Infektionen mit der Durchfallerkrankung gemeldet worden (siehe: Proplanta GmbH). Und der Despot Mugabe mit seine Helfershelfern lassen wenig Hoffnung auf eine Perspektive zum Besseren.
Hört oder liest man im Moment irgendetwas davon in den Nachrichten? Wo ist die „Weltgemeinschaft“ angesichts dieser Tragödie?

Das am Grenzverlauf von Kongo, Uganda und Ruanda rund 250.000 Menschen auf der Flucht sind, verletzt oder getötet werden, hat die Presse in diesen Tagen wohl auch etwas aus dem Blick verloren (siehe Stern-Online Artikel vom 28.11.08).

Was mir das zeigt: zunächst einmal, dass Afrika der vergessene Kontinent bleibt. Das Streben nach hohen Verkaufszahlen steuert Massenmedien und gleichsam öffentliche Aufmerksamkeit (und Meinung?). Spektakuläre Detonationen sind in diesen Tagen wohl besser medial zu verarbeiten.

Und es zeigt mir, dass es
uns hier in unserem Mikrokosmos Deutschland – trotz allem Krisengeläut – sowas von gut geht. Ein Blick auf´s große Ganze hilft bei der Einordnung.
Mein Engagement für Afrika, konkret für Sambia, wird deshalb auch nicht ermüden. Und ich hoffe, ich kann weiterhin erfolgreich um Unterstützung bei den Leserinnen und Lesern von Pattüehm´s Welt werben (siehe: ewe e.V.).

In diesem Sinne, alles Gute für 2009 wünscht: d´r Pattüehm!

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