Buchenwald

Eine Station der sechstägigen Motorradtour nach Thüringen im Mai war die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald auf dem Ettersberg bei Weimar. Meine erste „hautnahe“, unmittelbare Erfahrung mit den abartigen Umtrieben der Nazis. Ein Versuch, die Geschehnisse jener Zeit begreifbar zu machen – gleichwohl sie nicht zu begreifen sind.
Ein paar Zahlen: zwischen Juli 1937 und April 1945 waren insgesamt ca. 250.000 Menschen aus allen Ländern Europas im KZ inhaftiert. Die Zahl der Todesopfer wird auf etwa 56.000 geschätzt, darunter 11.000 Juden und 8.000 russische Kriegsgefangene.Die Gedenkstätte ist offen zugänglich und kostenfrei zu besuchen. Sie dient nicht nur als Anschauungsobjekt sondern insbesondere zur Aufklärung über die Gräuel jener Zeit.

Auf dem Gelände des Gefangenenlagers sieht man die Grundrisse der Baracken (nur eine Holzbaracke wurde exemplarisch wieder aufgebaut), das Krematorium und natürlich das Eingangsgebäude mit dem berühmten Tor („Jedem das Seine“) und der großen Uhr. Deren Zeit symbolisiert mit 15:15 Uhr den Zeitpunkt, als das Lager von den amerikanischen Truppen am 11. April 1945 befreit wurde.

Fotos gibt es hier (klicken).
Dazu gibt es verschiedene Ausstellungen über die Geschichte des Lagers und zeitgenössische Kunst, die sich mit dem Thema Nationalsozialismus auseinandersetzt. Viele Informationen gibt es u.a. auch auf der Internetseite der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald.
Fazit des knapp dreistündigen Besuchs: ich frage mich, was haben die rund 3.000 Soldaten und Angestellten des Lagers beim Anblick des Elends, der Gewalt, des Sadismus und der omnipräsenten Todesmaschinerie eigentlich gedacht? Was ging in deren Köpfen vor?
Joh, und einmal mehr steigt in mir der ausgeprägten Grell auf alle rechtsradikalen Vollpfosten, die heutzutage immer noch mit intelligenzbefreiten Parolen durch die Städte ziehen und darauf hinweisen, dass früher alles besser war. Ich könnte kotzen.
Die Zeit vor Ort war viel zu knapp. Es braucht eine Weile, all die Informationen und Eindrücke auf sich wirken zu lassen. Daher ist für mich ganz klar, dass ich Buchenwald noch einmal besuchen und etwas mehr Zeit einplanen werde.

Auf YouTube findet man einen sehr informativen Film, eingestellt von „REBELLKAEMPFER“, der begleitend dazu schreibt:

(…) Der Historiker und Lehrer Dr. Ulrich Schneider, Generalsekretär der Fédération Internationale des Résistants (FIR) und seit 1975 Mitglied der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), führte (am 11.04.2010) durch das ehemalige Konzentrationslager Buchenwald und erzählt fundiert über die grausame Behandlung der Häftlinge. (…)

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