Rubikon

Der Herr Bundespräsident Wulff hat den Bildzeitungschefredakteur Diekmann vor einer Veröffentlichung seiner privaten Kreditgeschäfte gewarnt, wie zu lesen ist. Für ihn (Wulff) und seine Frau (Wulffsfrau) sei „der Rubikon überschritten“.

Hä? „Rubikon überschritten“?

Internet ist toll! Kann man doch das, was man auffe Penne zum Teil vorsätzlich an Wissen verpennt hat, nun sukzessive nacharbeiten. Dank von Wulff sein Zitat nun also „den Rubikon überschreiten“. Was heißt das denn? Wikipedia sagt:

„Bekannt wurde der Rubikon durch den römischen Bürgerkrieg, den Gaius Iulius Caesar ab 49 v. Chr. gegen Gnaeus Pompeius Magnus führte. Als der Römische Senat am 7. Januar 49 v. Chr. beschloss, dass Caesar sein Heer entlassen und sein Imperium, d. h. seine Befehlsgewalt für Gallien und Illyrien, niederlegen müsse, ehe er erneut für das Konsulat kandidieren dürfe, überschritt dieser am 10. Januar 49 v. Chr. den Rubikon, der damals die Grenze zwischen Gallia Cisalpina und Italien bildete. Die bewaffnete Überquerung des Flusses in Richtung Süden – und damit in Richtung Rom – war gleichbedeutend mit einer Kriegserklärung an den römischen Senat. Caesar war sich bewusst, dass es ab diesem Punkt kein Zurück mehr gab, was er in dem berühmten Zitat „alea iacta est“ („Der Würfel ist geworfen worden“) zum Ausdruck brachte.“

In heutiger Redensart bedeutet das Zitat wohl:

„Nachdem einmal der Rubikon überschritten ist, vollziehen sich die weiteren Ereignisse mit der Eigendynamik militärischer Sachlogik“.

„Holla“ denk´ ich, da liegen dem Bundespräsidenten seine Nerven wohl watt blank. Wieso eigentlich, wenn doch in der privaten Finanztransaktion alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Oder isset nicht?

Naja, jedenfalls wäre mir ein solch strategischer Fehler in militärischem Ton auf die Mailbox des deutschen obersten Chefredakteurs wahrscheinlich nicht unterlaufen. Ich wüsste schließlich, dass ich qua Amt zeitlebens finanziell ausgesorgt hätte. Wenn auch mit Abstrichen, je nach Lebenswandel.

Denn ein Bundespräsident erhält Amtsbezüge in Höhe von 10/9 des Amtsgehalts des Bundeskanzlers. Sie sind im Bundeshaushalt 2010 mit 199.000 Euro ausgewiesen zuzüglich 78.000 Euro Aufwandsgeld (Aufwandsentschädigung), aus dem auch die Löhne des Hauspersonals für die freie, voll eingerichtete Amtswohnung des Bundespräsidenten zu zahlen sind. Nach dem Ausscheiden aus dem Amt werden die Amtsbezüge mit Ausnahme der Aufwandsgelder auf Lebenszeit als Ehrensold weitergezahlt (Quelle Wikipedia).

Also, wenn Sie mich zu Wulff seine präsidentiellen Zukunft fragen, sage ich Ihnen: alea iacta est.

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2 Kommentare Gib deinen ab

  1. kohlendioxid sagt:

    Sollte Wulff nicht langsam, jetzt wo der Rubikon überschritten ist,
    um es mit seinen Worten zu sagen, über den Jordan gehen…..

  2. Friedrich sagt:

    Wulff muss zurücktreten. EInfach unerträglich, was sich die Oberen der Gesellschaft alles erlauben können und dies auch noch geduldet wird. Bei dem „kleinen Mann“ stünde umgehend die Staatsanwaltschaft auf der Matte.

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