Mein Verein

am

Nä, nä, näää… Alemannia steht mal wieder am Abgrund. Ich denke ja immer: negative Schlagzeilen waren gestern. Jetzt ist endlich eine gesunde Basis ist gefunden und es geht aufwärts, die sportlich positive Zukunft kann kommen! Aber nein, immer wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein neuer Hammer daher. So wie jetzt. Wieder einmal fährt ein buntes Ensemble von Fachpersonal, Experten, Aufsichtsräten, Repräsentaten und -onkeln den Verein konzentriert an die Wand. Über Wochen, Monate – ach was – JAHRE werden die wirtschaftlichen Realitäten zuerst völlig verkannt und dann nachlässiger Weise missinterpretiert. Oder nicht verstanden? Verheimlicht? Vertuscht? Man weiß ett nicht. Jedenfalls quält sich währenddessen draußen auf´m Platz die Lizenzspielerabteilung und demonstriert ihren sportlichen Offenbarungseid.

Ich frage mich: wieso tue ich mir das nach all den Jahren immer noch an und oute mich als Anhänger dieses Vereins in halb Europa? Demonstrativ bestückt mit Vereinswappen an Auto und Moped und am Hals umhüllt mit dem schwarz gelben Banner in Polyester. Ich habe mir sogar eine kleine Anleihe gekauft, damit die neue Hütte den Namen „Tivoli“ behält. Ganz im Sinne der Maxime: „support your local team!“.

Ich wollte sogar immer mal Mitglied werden und habe das zunächst nur zugunsten karitativer Organisationen hinten angestellt.

Denn watt habe ich in der alten Hütte über mehr als drei Jahrzehnte an emotionalen Dramen abgearbeitet?! Watt haben sich da vor meinen Augen für Höhepunkte von Leibessportübungen am Ball abgespielt? Welch illustre Schar von Fußwerkern haben versucht, die Pille ins Netz zu befördern, um den Aufstieg oder Pokalerfolg zu erzwingen? Wie oft habe ich in dem Ding gestanden und bis zum grippalen Infekt gefroren oder in der Sonne gebraten? Ich bin bis auf die Knochen nass geworden, habe einmal wegen Nebel 92 Minuten lang nur ein Drittel des Spielfeldes sehen können, hatte ob des eigenwilligen Geckickes manches Mal die Nerven blank liegen, erlebte in Massen an Papier eingehüllte Jubelstürme und fast bis zur Ohnmacht grenzende Glücksgefühle, als der letzte versemmelte Elfer des Gegners den totalen Triumph meiner Mannschaft besiegelte.

Joh, und nu? Nun hängt die neue Trikotage der Saison 2012/ 2013 schlaff vom Stuhl und die gelbe Aufschrift leuchtet greller den je auf dem schwarzen Untergrund: Klömpchensklub !

Der Friedrich sammelt schon. Das Geld soll – wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind – der Rettung des Vereins zu Gute kommen. Ich warte ab. Ich will erst wissen, wie sich die Strukturen ordnen und so seriös belastbar entwickeln, dass eine gezielte Unterstützung auch sinnvoll investiert ist.

Wobei es ohnehin das Sinnvollste ist (sofern man denn dann dem Verein überhaupt noch helfen will), dass man die Fußballabteilung an dem einen oder anderen Spieltag gegen Geld besuchen und motivierend anbrüllen geht. Also, wer emotionale Aufregungen verträgt und empfänglich für Komödien, Skandale und Sensationen ist, der findet auf dem Tivoli sicherlich die richtige Umgebung. So wie immer in den letzten Jahrzehnten…

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