Obacht auf dem Abort!

IMG_5023Wenn´s pressiert, dann leidet die Aufmerksamkeit und Konzentration. Man ist unter Umständen sowatt von stark fokussiert, dass für alltägliche und tausendfach geübte Handgriffe zum Überlegen keine Zeit und kein Raum bleibt.

Ein Test für den Aufstieg in den gehobenen Polizeidienst verschärfte die Drucksituation für einen Polizeibeamten wohl noch einmal dermaßen, dass er sich beim Toilettengang aufgrund unsachgemäßer Anwendung des Schließmechanismus einer Zwischentür, durch selbige die Finger eingeklemmte.

Druck vom Darm, Druck vom Test und nun noch Druck von anschwillenden Flossen – welch unsagbarer Druck. Und doch: der Herr schaffte seinen Test!

Die Behandlungskosten wollte der im beruflichen Aufstieg befindliche Beamte nun als Dienstunfall anerkannt wissen, um 200,00 € Artztkosten ersetzt zu bekommen. Das Verwaltungsgericht wies die Klage nun aber ab (Az.: M 12 K 13.1024). Wie die Süddeutsche und die Münchener Abendzeitung berichten, hatte das Verwaltungsgericht München am Donnerstag entschieden, dass nur der Weg zur Toilette – oder auch zur Kantine – geschützt ist, jedoch nicht aber der Aufenthalt. Sprich: Beim Essen oder auf dem Klo ist ein Beamter Privatmann. Anders formuliert: „Was üblicherweise auf dem Klo erledigt wird, sei „nicht dienstlicher, sondern privatwirtschaftlicher Natur““.

Die Vorsitzende Richterin Rosa Schaffrath verwies auf die „gefestigte Rechtsprechung“ in solchen Fällen: „Alle Dinge auf der Toilette sind bestimmungsgemäß zu gebrauchen“ – sprich: Eine Tür sei an der dafür vorgesehenen Klinke anzufassen, „dann kann ich mir nichts einklemmen“.

Joh, scheiß´ G´schicht. Aber ehrlich gesagt, ich hätte mir nach einem so tragischen Gang zum Abort den Gang zum Gericht geklemmt. Aber ich bin wohl auch nicht für den gehobenen Polizeidienst geeignet…

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