Masse Mensch

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Nach  Riga 2013 sind Pauli sein Frau und ich wieder mit „Aiga Tours“ auf Städtereise unterwegs gewesen. Diesmal nach St. Petersburg. Habe meine gut 2.500 Fotos der 5-tägigen Tour, prall gefüllt mit Sehenswürdigkeiten bis zum Abwinken, das erste Mal gesichtet. Es wird viel Zeit in Anspruch nehmen, das mal in eine halbwegs verwertbare Form zu bringen um es – auch auf dieser Plattform – in Nuancen zu präsentieren. Denn wie datt so jeht wenn man unterwegs ist: es gäbe viel zu erzählen und zu zeigen. Aber einen Reiseführer will ich nicht erstellen. Das können andere, die professionell unterwegs sind viel besser, wobei es ohnehin schon viel Infomaterial über die wechselhafte Geschichte der Stadt gibt. Also, demnächst mehr zu unserer Tour.

Gefragt, was denn für mich am eindrücklichsten war, brauchte ich nicht lange überlegen: diese Menschenmassen! Zugegeben, ich war ja auch als Tourist unterwegs. Und ja, ich wollte ja auch alles sehen und mitbekommen (wenn auch zum Teil im Schweinsgallopp). Aber was da in einzelnen Kirchen, Museen und Schlössern unterwegs war, erinnerte an Venedig 2012. Da waren wir irgendwie auch nicht allein.

Leutehaufen-3Man steht erst einmal längere Zeit irgendwo an, sofern es der engagierten Fremdenführerin nicht gelingt ein passendes Zeit- und Vergnügungsfenster zu finden, wo eine Kleinstgruppe von 9 Leuten, die wir insgesamt waren, dazwischen zu lenken. Einmal worin auch immer drin, schiebt man sich in und mit Masse wie ein Lemming an was auch immer vorbei. So einer wie ich, der mit dem Fotoapparat vor der Brust auf der Jagd nach dem ein oder anderen Schnappschuss ist, hat es da nicht leicht. Es ist ja eigentlich auch alles viel professioneller festgehalten (siehe oben). Insofern stellt sich mir immer wieder die Frage: warum tue ich mir das an und schaue nicht einfach nur hin? Zumal am Ende des Tages aufgrund der herausfordernden Begleitumstände die tatsächliche Zahl von guten Fotos im Verhältnis zur Gesamtzahl der Geschossenen enttäuschend überschaubar ist.

Leutehaufen-6Nun gut, ich habe trotzdem gekämpft. Mit mir und der Masse Mensch. Und diese humanoide Masse verleitet das Individuum offensichtlich zu enthemmt rücksichtslosem Gebaren. Respekt vor Kind und Kunst treten in den Hintergrund wenn es darum geht, einen Schnappschuss in Selfieform zu schießen. Selbst offensichtliches Fokussieren vor einem Kunstwerk hielt Zeitgenössissen nicht davon ab, mich wegzurempeln. Dabei zeigten vor allem kurze Damen mit gelbem Teint und schmalen Blickfeld verstörend rabiate Verhaltensweisen.

Leutehaufen-2Am Schloss Peterhof gibt es eine große Parkanlage mit Springbrunnen, ähnlich wie in Versailles.  Direkt hinter dem Hauptgebäude befindet sich so eine Sprinkleranlage die zu gewissen Uhrzeiten mit Pomp und Pathos musikalisch unterlegt sukzessive anfängt rumzuspritzen. Diesem einmaligen Schauspiel wohnen dann hunderte (wenn nicht tausende) von Spritzwasserbegeisterten bei. Maximal 10 Minuten piff paff puff, rabbelte kapääss, inmitten von Gedränge und festgehalten von digitalen Massespeichern. Übrigens, allerliebst sind mir die, die gleich ihr ganzen Tablet in die Luft halten… Herrlich.

Höhepunkt des Erlebnisses „Masse Mensch“ war die „Nacht des scharlachroten Segels“. Wie man lesen kann angeblich „die größte Feier von Schulabsolventen in St. Petersburg und vielleicht sogar in ganz Russland. Die aufwendig inszenierte Mega-Show findet Mitte Juni zur Zeit der Weißen Nächte statt und wird im russischen Fernsehen live übertragen. Die „Scharlachroten Segel“ sind ein Aushängeschild von St. Petersburg und ein wahrer Touristenmagnet, der jedes Jahr Millionen von Besuchern anzieht. Menschen aus Russland und dem Ausland reisen speziell um diese Zeit nach St. Petersburg, um diese einzigartige Show live zu erleben.“

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Pauli sein Frau und ich waren dabei. Der Wahnsinn. Wahrscheinlich ist „Rhein in Flammen“ genauso gut besucht, ich weiss ett nicht. In einer Peer-Group im Umfang von angeblich 1.500.000 Interessierten haben wir gut 3 Stunden angestanden, bevor das Bötchen mit den roten Segeln im hellen Schein eines spektakulären Feuerwerks vorbei tuckerte. Eine halbe Stunde dauerte die Show. Und ´zig tausende von Mobilfunkgeräten hielten den Augenblick fest, was vermuten lässt, dass es am nächsten Morgen einen leichten Spannungsabfall beim örtlichen Strombetreiber gegeben haben muss, als alle Geräte wieder aufgeladen werden mussten.

Juut, wir haben es jetzt mal erlebt. War voll toll und toll voll. Bin aber froh, wieder in Bardenberg gelandet zu sein.

Wie erwähnt, demnächst mehr auf diesem Kanal, wenn ich mich erholt und die Fotos mal final sortiert habe…

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