Moselkillerheli

am

Pauli sein Frau und ich haben mal wieder einen kurzen Abstecher an die Mosel nach Piesport unternommen. Kommen ja dort seit Jahr und Tag bei Helga Heim unter, die – wie schon einmal berichtet – auch eine kleine Cafeteria ihr eigen nennt und selbstgemachte Pralinen und Kuchen unter dem Namen „Café Chocolat – Pralinerie Heim“ veräußert.

Jedenfalls nutzte die Frau die ich heiraten musste und ich einen sonnenreichen Vormittag, um von Piesport nach Neumagen-Drohn zu spazieren. Nach einem kurzen Aufenthalt dort nebst Aufnahme von Flüssignahrung, ging es auf der anderen Moselseite wieder zurück.

Von weitem war schon seit der Frühe das knatternde Geräusch eines kleinen Helikopters zu hören, der dicht über die üppigen Weinberge hinweg flog.  Joh, und gerade noch mussten wir einem offensichtlich sportlich ambitionierten älteren Fahrrad fahrenden Herrn ausweichen, da sehen wir auch schon, wie jener bis dato nur in der Ferne wahrzunehmende Hubschrauber die Moselseite wechselt. Von dort, wo wir entlang gingen, sah das schon spannend aus.

In der anschließenden Nachbesprechung und Fallanalyse des Szenarios das sich vor unseren Augen entwickelte, entspann sich ungefähr so unser beider teilweise ungläubige Gedankengang: „Was mag er nur vorhaben? Toll, mal so einen Heli so nah zu sehen. Uuuiiii, der kommt aber wirklich nah, wa?! Boooaaaaah, getz isser ja über uns! Der wird doch nicht…? DER WIRD DOCH NICHT??? DER SPRÜHT! DER SPRÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜÜHT!!!“

Trotz hohen Alters, heißem Wetter und malader Knien dynamisierten sich unsere Bewegungsabläufe fluchtartig. Doch zu spät. Weiße Sprenkel auf Pauli sein Frau ihr leuchtend türkise Bluse und meinem bei Krawattenralf erworbenem Hemd, flankiert von einem leicht pelzigen Geschmack auf der Zunge waren das Endergebnis einer denkwürdigen Begegnung.

Eine der Situation angemessene nonverbale Reaktion meinerseits gegen den piltotierenden Ignoranten scheiterte, das sich der Killerheli nach der Sprühattake wieder vom aktuellen Weinhang auf die andere Moselseite davon machte. Der Mensch in der Kanzel hätte schon sehen müssen, dass dort drunten im Tal andere Menschen zu Fuß oder per Pedes unterwegs sind.

Und das Pauli sein Frau da rum läuft, war wegen ihrem leuchtenden Gewand sicher auch schon im benachbarten Ferres zu sehen. Es braucht keine interlektuelle Höchstleistung, Interessenkonflikte zwischen Herbazidverteilung und Tourismus vorherzusagen. Eigentlich müsste die Gegend abgesperrt sein, um jene unglückselige Konfrontation zu vermeiden.

Mithin nötigt mir der Vorfall nun eine klärende Kontaktaufnahme mit Bürgermeister Michael Thomas auf, den ich über das Verkehrsbüro kontaktieren will, damit die Sprühgemeinschaft in Neumagen-Drohn weitere Angriffe auf die Menschheit zukünftig vermeidet. Mal sehen, wie die einheimischen Mandatsträger das Ganze bewerten. Ich werde berichten.

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